Die besten Geschichten 2018 - Meine Highlights

Die besten Geschichten 2018 - Meine Highlights

Das letzte Jahr brachte uns viele spannende Stories und die besten Geschichten 2018 möchte ich zum Jahresabschluss noch einmal in diesem Artikel hervorheben. Und wie immer auf Campfire Stories binde ich mich nicht an ein Medium, sodass die besten Geschichten 2018 aus Filmen, Serien und Games stammen.

Die besten Geschichten 2018: Red Dead Redemption 2

Platz 1 der besten Geschichten 2018 macht ohne Zweifel “Red Dead Redemption 2” von Rockstar Studios. Über das Videospiel wurde schon einiges berichtet und die Kritiken und die Verkaufszahlen überschlagen sich gegenseitig. Die riesige lebendige Spielwelt, die Möglichkeiten, das Licht - alles vom Feinsten. Doch was taugt die Story?

In Red Dead Redemption 2 spielen wir Arthur Morgan - ein zu Beginn der Erzählung loyales Mitglied der Van der Linde Bande, die der gleichnamige und charismatische Dutch van der Linde anführt. Doch die goldenen Zeiten der umherstreifenden Outlaws im Wilden Westen sind vorbei und so kämpft die Gruppe nicht nur um das eigene Überleben in der neuen Welt, sondern suchen auch nach einer Perspektive. Es gibt aber keinen Platz mehr für diese freiheitsliebenden Verbrecher und so kommt es nach und nach zum Zerfall der Bande. Und dieses “nach und nach” ist die große Stärke von Red Dead Redemption 2. Während die Figuren zu Beginn der Story noch Hoffnungen haben, zerfallen diese nach der Zeit immer weiter und es kommt zu Zerwürfnissen innerhalb der Bande. Viele Figuren zeigen plötzlich ihr wahres Gesicht oder kommen zu neuen Erkenntnissen. Das geht aber so langsam, dass es nie aufgesetzt wirkt und der Spieler die Entwicklung immer nachvollziehen kann. Vor allem, weil man alle Figuren sehr gut kennen lernt und nach einer Weile weiß, wie sie ticken. So eine ausgeprägte Figurenzeichnung plus der spannenden Prämisse, dass Amerika sich zu einem Ort entwickelt, in der es für Revolverhelden keinen Platz mehr gibt, machen für mich die Story von Red Dead Redemption 2 zu der besten Geschichte 2018.

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2. Murder Mountain: Eine moderne Wild West Story

Die besten Geschichten 2018 Murder Mountain IV

Murder Mountain umfasst eine Staffel und ihr könnt euch die Serie bei Netflix ansehen.

Murder Mountain läuft seit dem 28.12.2018 auf Netflix und passt somit gerade noch in die besten Geschichten 2018. Doch darüber bin ich sehr froh, denn die aus bisher 6 Folgen bestehende Doku-Serie hat mich auf Anhieb begeistert. Wäre die Story nicht wahr, könnte sie glatt von einem Wild-West-Autoren stammen.

Doch worum geht es? Im Norden Kaliforniens gibt es eine bergige Region im Humboldt County. Die Gegend weist eigentlich keine großen Besonderheiten auf, außer dass es schon seit Jahrzehnten eine Hochburg der Cannabis-Produktion ist. In den tiefen Wäldern können die Farmer ihre Pflanzen gut verstecken und der Staat kann die Gegend nur schwer überwachen. Dieser rechtsfreie Raum ist der moderne Wilde Westen, indem Glücksritter auf der Suche nach dem großen Geld sind. Sie lassen sich als Trimmer auf den Farmen anstellen und schneiden die Ernte zu. Einer dieser Glücksritter ist der 29-Jährigen Garret Rodriguez, der plötzlich spurlos verschwindet.

Hier entspinnt sich eine Story, die so viele Wild West Motive verwendet, dass man annehmen könnte, alles sei fiktiv. So gibt es die genannten Glücksritter, die auf schnelles Geld aus sind, Kriminelle, Gangs, einen rechtsfreien Raum und Legenden. Beispielsweise bekommt eine Gruppe aus acht Bürgern den Beinamen “Alderpoint 8” (Alderpoint heißt die naheliegende Ortschaft), da sie in den Augen der Bevölkerung eine Heldentat verrichteten. Doch während “Die glorreichen Sieben” für ihren Einsatz gefeiert werden, müssen die Alderpoint 8 sich vor den Gesetzeshütern fürchten, die ansonsten kein großes Interesse an der Suche nach dem Vermissten zeigen.

Als ein großer Fan von Wild West Stories bin ich froh, über diese Serie gestoßen zu sein und kann sie auch jedem empfehlen, der sich für Krimis und Real Crime Stories interessiert. Denn leider ist sie das: real. Und gerade das macht die Doku-Serie zu einem absoluten Highlight und eine der besten Geschichten 2018.

3. Sicario 2: Eine fast fehlerfreie Fortsetzung

Die besten Geschichten 2018 Sicario 2

Die Fortsetzung Sicario 2 wurde mit 3.2 Sternen nur leicht schlechter auf Letterboxd bewertet als der erste Teil von Denis Villeneuve.

In Sicario 2 (Originaltitel Sicario: Day of the Soldado) erklären Matt Graver (Josh Brolin) und Alejandro Gillick (Benicio del Toro) bereits zum zweiten Mal den mexikanischen Drogenkartellen den Krieg. Im Vergleich zum ersten Teil fällt dieser in Sicario 2 nicht härter aus, besitzt dennoch die aus dem Vorgänger bekannten Gewaltexzesse. So beginnt der Film schon mit einem Terroranschlag, der mir richtig unter die Haut ging. Auch Freunde von Military-Porn kommen hier wieder voll auf ihre Kosten, wenn eiskalte CIA-Agenten wie ein Uhrwerk zusammenarbeiten und korrupte Polizisten und Gang-Mitglieder abknallen.

Die Action überzeugt also und alleine deswegen ist der Film schon sehenswert. Doch worum geht es überhaupt? Der eben erwähnte islamistische Terroranschlag wirft im Film die Frage auf, wie die Terroristen in die USA kamen. Einige Politiker beschuldigen die mexikanischen Kartelle, nun auch Terroristen ins Land zu schmuggeln. Also soll der Menschenschmuggel nun komplett eingestellt werden. Dazu schlägt Protagonist vor, die 16-jährige Tochter Isabela des Drogenbosses Carlos Reyes in Mexiko zu entführen, und es seinen befeindeten Kartellen in die Schuhe zu schieben. Der darauffolgende Bandenkrieg sollte den Menschenschmuggel dann eindämmen. Was folgt, sind spannende Operationen, Feuergefechte, politische Intrigen und Verrat. Außerdem zeigt eine Nebenhandlung um den in den USA lebenden Latino Miguel, das ekelhafte Schmuggler-Geschäft aus der Sicht der Täter. Eine spannende Geschichte, die aufgrund ihres Realismus beängstigend ist und zeigt, dass Politiker auch themenfremde Probleme wie islamistischen Terrorismus und mexikanische Kartelle miteinander verbinden können.

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4. The Terror: Wenn Geschichte noch nicht spannend genug ist

Die besten Geschichten 2018 Terror 1870

Die HMS Terror und die HMS Erebus suchen die Nordwestpassage.

Eine weitere Überraschung dieses Jahr war die Serie “The Terror”, die auf dem gleichnamigen Roman von Dan Simmons basiert. Und seine Story wiederum basiert auf der historischen Vorlage der John Franklin Expedition. Diese machte sich 1845 mit ihrem zu der damaligen Zeit berühmten Kommandanten Sir John Franklin in die Arktis auf, um die Nordwestpassage zu finden. Der Seeweg um Nordamerika herum würde eine schnellere Reise von Europa nach China und Indien ermöglichen. Allerdings ist diese abgelegene Gegend aufgrund des Packeises nur schwer zu befahren, weswegen die britische Admiralität zwei ihrer modernsten Schiffe dafür verwendet: die Erebus und die Terror. Doch die Schiffe verschwanden mit samt der Besatzung im ewigen Eis und die darauffolgenden Rettungsmissionen konnten nur noch wenige Hinweise und Indizien finden, womit sich bis heute viele Spekulationen um die Expedition ranken.

Die historische Vorlage bietet von sich also bereits jede Menge Erzählstoff. Autor Dan Simmons fügte ihr aber noch ein wenig Inuit-Mythos hinzu und ließ ein Monster aus dem Eis über die Mannschaften herfallen, deren Schiffe im Packeis zuvor eingefroren waren. Als ich das Buch vor einer Ewigkeit las, war das allerdings für mich der Grund, warum ich es zur Seite legte. Warum ein Monster einführen, wenn die Expedition so schon mysteriös war? Doch mir wurde die Serie wärmstens empfohlen und so gab ich der Story nochmal eine Chance. Und siehe da, ich war begeistert. Denn die Stimmung auf den Schiffen und später an Land ist erdrückend und die Bilder trostlos bis deprimierend. Ich könnte mich in die aussichtslose Lage der Seemänner gut hineinversetzen und auch die aufkommenden Meuterei schien nachvollziehbar. Dass zudem die Serie nach ihren 10 Folgen abgeschlossen ist, rundete sie für mich ab. Natürlich sollte man einen gewissen Faible für das 19. Jahrhundert und Abenteuer-Geschichten mitbringen. Wenn das aber vorhanden ist, dann ist das die passende Serie dazu.

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5. Mindhunter: In den Köpfen der Serienmördern

Die besten Geschichten 2018 Mindhunter

Die Serie Mindhunter umfasst zur Zeit eine Staffel. Netflix hat aber bereits eine weitere angekündigt.

Die letzte Story, die ich euch hier ans Herz legen möchte, ist die von Mindhunter. Die Serie besitzt zur Zeit eine Staffel mit 10 Folgen und wurde bereits im Oktober 2017 auf Netflix veröffentlicht. Allerdings kam ich erst im letzten Jahr dazu, sie mir anzusehen, weswegen sie in dieser Top-Liste vorkommt. Inhaltlich dreht sich alles um die beiden FBI-Agenten Holden Ford und Bill Tench, die sich mit der ausführlichen Befragung von Serienkillern befassen. Dadurch erhoffen sie sich neue Erkenntnisse über die Psyche von Serientätern. Oder um es mit den Worten von Agent Tench zu sagen: “Wie kommt man den Verrückten zuvor, wenn wir nicht wissen, wie die Verrückten denken?” Dieses gewonnene Wissen geben sie dann in Seminaren an regionale Polizisten, die aber nicht immer dafür empfänglich sind. Für sie scheint es unverständlich, dass jemand aufgrund einer psychischen Störung eine Straftat begeht und in einigen Fällen vielleicht vermindert schuldfähig ist.

Es mag im ersten Moment klingen, als ob man einer Vorlesung beiwohnen würde, doch so ist es auf keinen Fall. Die Gespräche mit den inhaftierten Serientätern sind unglaublich spannend, da man sie für unberechenbar hält. Jedes Wort vom Interviewer als auch vom Interviewten könnte auf die Goldwaage gelegt werden und ich atmete immer wieder auf, wenn die Agenten das Gefängnis heil wieder verließen.

Auch die Figuren sind ähnlich wie bei Mad Men hervorragend gezeichnet. So verkörpert Agent Holden den wissenshungrigen Nerd, der sich mit der Zeit immer überlegener fühlt, während Agent Tench äußerlich wie ein knallharter Marine aussieht, aber trotzdem rational an die Geschehnisse herangeht. Gleichzeitig leidet er unter einer schwierigen Beziehung zu seinem introvertierten Sohn, zu dem er einfach keinen Draht findet. Unweigerlich fängt man an, nicht nur den Verstand von Serienmördern zu analysieren, sondern auch die der Protagonisten. Und alleine deswegen lohnt sich die Serie allemal.

Bonus-Geschichten in Kurzform:
Platz 6 bis 10 der besten Geschichten 2018

Ich möchte euch noch kurz einige meiner Highlights aufführen, die es nicht unter die Top 5 geschafft haben, die ich aber vollständiger weise erwähnen möchte. Auch hier sind einige dabei, die ich erst im letzten Jahr sah, aber teilweise schon 2017 erschienen.

Godless

1884: Nachdem der Gesetzlose Frank Griffin mit seiner Gang die Ortschaft Creede verwüstet und die Bevölkerung massakriert hat, machen sich der Sheriff von La Belle und der Marshal auf die Suche ihm. Eine der bedrückendsten Einstiegsszenen in einen Western, starke Charaktere und unglaublich schöne Bilder.

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Damnation

In den 30er Jahren versammelt Seth Davenport, der sich als örtlicher Prediger ausgibt, die Stadtbewohner, um sich gegen Industrielle und einen Teil der Regierung zu erheben. Die Story der Serie basiert auf einem Streik der US-amerikanischen Farmers' Holiday Association-Bewegung aus den frühen 1930er-Jahren.

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The Room & The Disaster Artist

Noch nie habe ich bei einem Film so gelacht. Mit Freunden haben wir uns den “schlechtesten Film aller Zeiten” namens “The Room” angesehen, der wirklich so schlecht ist, dass ich Tränen gelacht habe. Im Anschluss haben wir uns gleich noch “The Disaster Artist” gegeben. Ein Spielfilm mit James Franco über die Entstehungsgeschichte von “The Room”. Ohne große Worte: Unbedingt ansehen! Am besten mit Freunden und beide Filme hintereinander. Ihr werdet nie wieder so viel Spaß haben!

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The Ballad of Buster Scruggs

Als großer Western-Fan musste ich mir natürlich das neue Werk von den Coen Brüdern ansehen. Der Anthologie-Film erzählt sechs unterschiedliche Geschichten, über typische Situationen im Westen der USA. Mal düster, mal unterhaltsam, mal nachdenklich. Ein Film, auf den man schon Bock haben sollte, der sich aber lohnt.

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Auslöschung

Auch bereits 2017 erschienen, habe ich mir letztes Jahr den Film Auslöschung angesehen. Ein Film, in dem sich eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen durch einen mysteriösen Schild begibt und auf der anderen Seite eine merkwürdige Welt entdeckt. Der Film hat zwar einige Schwächen, aber visuell und vom Ideenreichtum war er einer der kreativsten Werke seit langem.

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Was waren eure Highlights im letzten Jahr (auch wenn sie nicht 2018 erschienen sind)? Schreibt sie mir gerne in die Kommentare. :)


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