The Monuments Men: Der heilige Gral der Gleichgültigkeit

The Monuments Men: Der heilige Gral der Gleichgültigkeit

Starker Cast und spannendes Thema. Eigentlich hat Monuments Men alles, was ein guter Film braucht. Alles, außer einer guten Handlung.

Aber zum Anfang von Monuments Men: Worum gehts? Als sich der Zweite Weltkrieg dem Ende neigt und der Rauch an den Fronten sich langsam lichtet, macht sich George Clooney daran, eine Truppe von Historikern und Kunstgelehrten um sich zu scharen, um die von Nazis gestohlene Kunstwerke aus den ehemals besetzten Gebieten zu bergen: die Monuments Men. Ein interessanter Gedanke, die Zerstörung durch Krieg nicht nur anhand von menschlichen Einzelschicksale und brutalen Schlachten zu zeigen, sondern auch die Auswirkung auf die kulturelle Identität der Menschheit.

Monuments Men Letterboxd

Auf Letterboxd bekam "The Monuments Men" durchschnittlich 2,6 von 5 Sternen. Ich selber gab ihm nur zwei.

Guter Gedanke, schlechte Monuments Men

Doch es bleibt bei dem Grundgedanken. Denn der Ensemble-Film, der schauspielerische Größen wie Bill Murray, Matt Damon und John Goodman auffahren kann, scheitert an seiner Vielzahl an Darstellern, deren Handlungsabläufe schlecht ineinander greifen und teilweise bei mir für ein ratloses Gesicht sorgten. So kam es unter anderem vor, dass eine Figur plötzlich verschwindet und an anderer Stelle wieder auftaucht, ohne dass der Zuschauer weiß, warum sie weg war. Auch ihre Beziehungen untereinander und ihre Hintergrund-Geschichten sind nicht immer klar. Wer kennt wen? Wer hat mit wem schon gearbeitet? Viele Fragen zu den Figuren bleiben offen und ihre freundschaftlichen Neckereien untereinander können nicht darüber hinwegtäuschen, wie oberflächlich ihre Beziehungen für den Zuschauer sind. Eine Verbindung zu ihnen aufzubauen, ist weitestgehend unmöglich, und das geht sogar soweit, dass man selbst Todesfälle gleichgültig hinnimmt.

Monuments Men Ghenter Altar Altaussee

Der Genter Altar während der Bergung aus dem Kunstdepot im Salzbergwerk Altaussee, 1945. Foto: National Archives and Records Administration, College Park, MD

Gleichgültige Handlung

Die gleiche Teilnahmslosigkeit fühlte ich auch bei der Handlung. Mal sind ein paar der Monuments Men in Paris, mal sind welche in Belgien. Mal finden sie hier ein paar Bilder, mal konfiszieren sie hier eine Statue. Obwohl … nicht ganz. Die “richtige” Armee beschlagnahmt die Kunstwerke. Sie begutachten sie nur. Historisch mit Sicherheit korrekt, aber inszenatorisch mit Sicherheit langweilig.

Vor allem fehlt der Handlung aber eines: ein Ziel. Es gibt keinen echten Kampf ums Überleben, keinen Endgegner, kein Hermann Göring, der in Deutschland seine geraubten Kunstschätze vor den Amerikanern in Sicherheit bringen möchte. Lediglich irgendein schlecht gelaunter Nazi und manchmal auch ein schlecht gelaunter Russe dürfen ab und zu grimmig in die Kamera schauen, während sie Gemälde abtransportieren lassen. Warum gerade die beiden das machen und warum … keine Ahnung. Die Figuren - egal ob “gut” oder “böse” - machen einfach irgendwas und der Zuschauer ist dazu verdammt, das alles anzusehen. So plätschert der ganze Film mit flachen Figuren dahin. Was schade ist. Denn alle Schauspieler leisten gute Arbeit und der Stoff könnte einen Film locker tragen.

Monuments Men Hermann Goering Nuernberg 1946

In Monuments Men gibt es keinen sinnvollen Gegenspieler wie Hermann Göring, der während der NS-Zeit durch Raub, Erpressung und Käufe über 4.000 Kunstobjekte ansammelte. Hier ist er bei seinen Prozess in Nürnberg zu sehen.

 

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