Was ist ein Podcast? Und warum du unbedingt welche hören solltest

Was ist ein Podcast? Und warum du unbedingt welche hören solltest

Kaum ein Medium boomt zur Zeit wie der Podcast. Doch was ist ein Podcast überhaupt? Schauen wir uns dieses Phänomen einmal an.

Was ist ein Podcast? Das Radio für Jedermann

Eigentlich kann man die Frage "Was ist ein Podcast?" mit einem Satz beantworten: Ein Podcast ist non-lineares Radio. Die Sendungen lassen sich also zu jederzeit online abrufen und wir müssen nicht mehr zur richtigen Zeit den Radioempfänger einschalten. Eine ziemlich simple Sache, die eigentlich noch nicht der Rede wert ist.

Das Besondere ist viel mehr, was sich daraus entwickelt hat. Denn Podcasts gibt es seit fast 20 Jahren, haben aber erst ab 2015 richtig an Fahrt aufgenommen. Das liegt vor allem an der vermehrten Verbreitung von Smartphones, die als Abspielgerät dienen, und dem immer umfangreicheren Angebot an Audio-Inhalten. 

Denn wirklich jeder kann mittlerweile ein Podcast aufnehmen. Einfach ein günstiges Mikrofon besorgen, eine kostenlose Aufnahmesoftware starten und losquatschen. Klar, es geht auch professioneller und das hört man dann auch bei der Aufnahme. Doch für den Einstieg reicht bereits das günstige Equipment, da ein Podcast in erster Linie von seinen Moderatoren lebt. 

Was ist ein Podcast? Vom Smartphone direkt ins Ohr

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Doch wie genau funktionieren Podcasts? Für dich als Hörer ist das ganz leicht: Lade dir zuerst auf deinem Smartphone eine Podcast-App. Mittlerweile gibt es da unzählige für iOS und Android und bereits nach einer kleinen Google-Suche kannst du dich vor Apps nicht mehr retten. Als Klassiker gelten Pocket Casts für Android und iTunes für Apples iOS.

Abonniere in der App die Podcasts, die du hören möchtest. Es werden dir dann alle Folgen angezeigt, die es von dem Podcaster bereits gibt und du kannst dich in der Regel auch benachrichtigen lassen, wenn eine neue Folge erscheint. Und das Beste: Das passiert völlig kostenlos. Denn nur in wenigen Fällen verbarrikadieren die Künstler ihre Inhalte hinter einer Bezahlschranke, sondern finanzieren sich über Kooperationen, Werbung oder Crowdfunding wie Steady oder Patreon.

Technisch betrachtet abonniert der Hörer einen RSS-Feed von der Website des Podcasters. Die App zeigt dann alle Inhalte des Feeds an und du musst nur noch auf »Play« bei der gewünschten Folge drücken. Damit dabei dein Datenvolumen nicht aufgebraucht wird, kannst du innerhalb der App die Folge auch herunterladen und später auch ohne Netz anhören. Das ist sehr praktisch, wenn man mal eine längere Zugfahrt durch das Funkloch übersäte Deutschland vorhat. 

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Alternative Abspielmöglichkeiten - Spotify, Podcatcher und Co.

Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, einen Podcast zu hören. Denn viele Unternehmen im Musik-Bereich haben das Potential von Podcasts erkannt und bieten sie direkt auf ihren eigenen Plattformen an. So finden sich die meisten Shows auch auf Spotify, Deezer und iTunes. Das Prinzip ist das gleiche: Podcast raussuchen, abonnieren, herunterladen und anhören. Der einzige Unterschied liegt im Speicherort des Sound-Datei. Befindet sie sich bei der RSS-Variante auf dem Server des Podcasters, ruht sie in diesem Fall bei den jeweiligen Plattform-Betreibern. Dadurch ergibt sich eine weitere Einkommensquelle für die Künstler, die für jeden Abruf einen winzig kleinen Obolus kriegen, da beispielsweise Spotify einen Teil seines Umsatzes an die Künstler und Labels ausschüttet.

Im Übrigen bist du nicht verpflichtet einen Podcast über das Smartphone zu konsumieren. Du kannst die Audio-Inhalte auch im Browser am heimischen Rechner anhören. Die dazugehörige Software nennt man Podcatcher. Ein klassischer RSS-Feed-Reader zeigt dir aber ebenso die neusten Folgen am Desktop an. Der Unterschied zum Podcatcher ist aber, dass ein reiner RSS-Reader den Download und die Synchronisation von Mediendateien nicht unterstützt. Alternativ kannst du aber auch direkt die Seite des Blogbetreibers besuchen und dir dort alle Folgen anhören.

Was ist ein Podcast? Diese Inhalte gibt es

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Hast du jetzt Lust bekommen dich in die Welt der Podcast zu begeben? Dann mache dich schon mal auf eine riesige Auswahl gefasst. Denn neben den klassichen Talk-Runden, bei denen einfach ein paar Leute zusammensitzen und quatschen, gibt es weitere Formate und Ideen, was Podcasts leisten können. Hier einen kleinen Überblick:

Nischen-Themen abdecken

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Viele Pocaster suchen ihr Glück in der Nische, weswegen es mittlerweile ein Podcast zu jedem Thema geben dürfte. So treffen sich Comic-Freunde zu gemütlichen Runden (z.B. Paperback), Rollenspieler besprechen Pen and Paper Spiele (z.B. Pen & Podcast) und auch verschiedenen Literatur-Genres werden bedient. Das geschieht zumeist in kleinen Gruppen von zwei bis drei Podcastern, die nicht zwangsläufig professionelle Medienmacher sein müssen. Vielmehr verleitet sie eine gemeinsame Leidenschaft zu einem Gespräch unter Gleichgesinnten, bei dem das Mikrofon mitläuft.

Frische Formate für Redaktionen

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Klassiche Redaktionen, die Print- oder Online-Journalismus betreiben, setzen ebenfalls vermehrt auf Podcasts. Allerdings fällt ihre Ausführung sehr unterschiedlich aus. Beim Gamestar-Podcast sitzen beispielsweise die Redakteure zusammen und reden in lockerer Runde über Spiele und die Spielebranche. Der Podcast FAZ Digitec hingegen bringt komplette Beiträge mit O-Tönen und einer Moderation zu digitalen Themen und Sascha Lobo bespricht im "Debatten-Podcast" die Kommentare zu seiner Spiegel-Kolumne. Die Inhalte, der Aufbau und der Ton des Podcasts sind hier auf ihre Zielgruppe zugeschnitten, weswegen sie sich stark unterscheiden können. Gemeinsam haben sie aber zumeist einen Bezug zu aktuellen Themen und Vorkommnissen.

Die Tonspur eines Videos als Podcast ausspielen

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Gelegentlich kommt es auch vor, dass die Podcaster eigentlich ein Video aufzeichneten und dessen Tonspur anschließlich noch als Podcast ausspielen. Also eine Art Zweitverwertung für Leute, die gerne die Gepräche unterwegs hören möchten, aber nicht die ganze Zeit einen Bildschirm vor der Nase halten können. Ein typisches Beispiel sind die Jungs und Mädels von Rocketbeans TV, die auf ihrem Online-Sender verschiedene Shows zeigen. Einige davon sind "Laber-Formate" wie "Kino+", wie sie sie selber bezeichnen. In diesem Format sitzen Gäste mit dem Moderator Daniel Schröckert zusammen und besprechen die aktuelle Film- und Kinolandschaft. Hier ist ein Bild größtenteils nicht notwendig, weswegen sich die Zweitverwertung als Podcast anbietet. Lediglich wenn sie gemeinsam Trailer anschauen, geht dem Hörer etwas verloren.

Classic Radio goes online

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Wer würde sich besser als Podcast-Produzenten anbieten als die klassische Radio-Branche? Schließlich haben sie über 100 Jahre mehr Erfahrung und müssten eigentlich Podcaster in Grund und Boden senden. Allerdings hängen die Betreiber noch oft in ihren alten Formaten fest und stellen nur ihre im Radio bereits gesendeten Shows online. Das kann in einigen Fällen gut funktionieren, in anderen merkt man aber, dass es nicht passt. So entstehen merkwürdige Pausen und Abmoderationen inmitten der Sendung, da an diesen Stellen eigentlich mal Musik lief oder ein Werbeblock eingespielt wurde. Ein sehr markantes Beispiel dafür ist das Format "Eine Stunde was mit Medien" auf Deutschlandfunk Nova. Denn das läuft ohne die eingespielte Musik keine Stunde mehr und wird daher seinem Namen nicht gerecht. Das Gleiche gilt aber auch umgekehrt: Denn manche Themen benötigen ein bisschen mehr Sendezeit, damit die Moderatoren sie ausführlich behandeln können. Hier punkten Podcasts eindeutig gegenüber zweitverwerteten Radio-Shows. Allerdings lassen die Radio-Sender das nicht auf sich sitzen und produzieren mittlerweile auch mehr reine Podcast-Formate.

Sprachrohr der Experten

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Das Schöne am Podcast: Man kann sich einfach vor ein Mikrofon setzen und loslegen. Dadurch ist es für viele Experten leichter sein Publikum zu erreichen als beispielsweise mit einem klassischen Blog. Denn hier müsste man nicht nur einigermaßen schreiben können, sondern im besten Fall auch noch Ahnung von Suchmaschinenoptimierung haben. Frei in ein Mikrofon sprechen zu können, fällt vielen daher wesentlich leichter. Diese Experten stammen aus unterschiedlichen Branchen, lassen sich aber unter dem Begriff Coach zusammenfassen. Denn im Podcast geben sie kostenlos ihr Wissen weiter, um sich den Status "Experte" zu verdienen und dann durch Coaching-Programme oder anderen Produkten ihr Geld zu verdienen. Sie nutzen also ihren Podcast als Marketing-Instrument.     

Live Shows

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Podcasts müssen aber nicht immer im stillen Kämmerlein aufgenommen werden. Für mehr Atmosphäre und Interaktion bieten sich auch Live Shows an, bei denen das Mikrofon einfach mitläuft. So touren viele Pocaster wie Nils, Donnie und Herm von der Gästeliste Geisterbahn in regelmäßigen Abständen durch Deutschland. Das sorgt für Hörerbindung, kann mit einem Fan-Treffen verbunden werden und durch die Einnahmen und durch den Verkauf von Merchandise verdienen sich die Künstler noch etwas dazu. Außerdem bietet das Live-Format die Möglichkiet zu neuen kreativen Ansätzen. So haben die eben erwähnten Jungs bei jeder Show ihrer letzen Tour ein Kapitel eines Hörspiels aufgenommen - gemeinsam mit ihren Hörern. Diese durften dann atmosphärische Geräusche machen oder kleinere Rollen live einsprechen. Das sorgte für viele Lacher und für ein einzigartiges erlebis für die Fans. Zumal das Hörspiel hinterher kostenlos zur Verfügung gestellt wurde - als Podcast. 

Ehrliche Interviews

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Ich persönlich liebe Podcasts, weil sie tiefer in eine Materie gehen als jedes andere Medium. Wie oft hattet ihr das, dass ihr gerade einem spannenden Interview im Fernsehen oder Radio lauschtet, das abrupt abgebrochen werden musste, da die Sendezeit voll war. Der Podcaster hingegen kann auch zwei, drei Stunden lang mit einem Gast reden, ohne dass es langweilig oder gehetzt wird. Zudem baut er so auch ein Vertrauensverhältnis auf und kann so sehr ehrliche Antworten aus sienem Gegenüber herauskitzeln. Eines meiner liebsten Beispiele ist Matze Hielscher vom Podcast "Hotel Matze". Dort besucht der Moderator spannende Persönlichkeiten wie bekannte Künstler oder Unternehmer und quatscht eine Runde mit ihnen. Völlig ungezwungen und in einer entspannten, ruhgen Atmosphäre. Durch seine offene Art und seine respektvolle Herangehensweise öffnen sich ihm die Interviewten und geben teilweise verblüffend ehrliche Antworten. Somit gehören seine Interviews zu dem Beste, was es im deutschsprachigen Internet zu finden gibt.  

Firmen-Podcasts

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Als letztes möchte ich noch die Firmen-Podcasts erwähnen. Sie werden von einem Unternehmen betrieben und erfüllen zumeist zwei Aufgaben. Zum einen geben sie einen Blick hinter die Kulissen und halten den Hörer auf den aktuellen Stand. Welche Fortschritte hat das Unternehmen in der letzten Zeit erzielt? Was sind die nächsten Schritte? Das kann gerade bei kleineren Projekten sehr spannend sein, kann aber auch schnell in eine Lobhudelei ausarten.

Zum anderen können Firmen-Podcast auch über die Branche reden, in der sie tätig sind. Das zeigt potentiellen Kunden, das sie Ahnung von ihrer Materie haben und erhöht ihre Bekanntschaft. Es ist im Prinzip das gleiche wie bei einem Experten-Podcast. 

Feedback

Mich würde jetzt noch von euch interessieren: Hört ihr Podcast oder habt ihr jetzt vor, euch welche anzuhören? Und wenn ja, welche sind eure Lieblings-Sendungen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare. :)



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